
Der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) – Farbe trifft auf Wirkung
- Bedeutung des Blutweiderichs für Biodiversität und menschliches Wohlbefinden
- Die Bedeutung des Gewöhnlichen Blutweiderichs in der Kosmetik und Körperpflege
- Die Bedeutung des Gewöhnlichen Blutweiderichs in der Heilkunde
- Botanischer Exkurs – dreimal genäht hält besser
- Insektenvielfalt auf den Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs
Bedeutung des Blutweiderichs für Biodiversität und menschliches Wohlbefinden
Der Gemeine Blutweiderich (Lythrum salicaria) gehört mit seinen langen, purpurroten, weit hin leuchtenden Blütenähren mit zu den imposantesten Pflanzen unserer heimischen Pflanzenwelt. Der Gemeine Blutweiderich ist eine typische Sumpfpflanze. Sie wächst vor allem in Staudenfluren an den Ufern von Gewässern beispielsweise Teichen, Seen, Bächen und Gräben. Auch in Röhrichten ist sie vereinzelt anzutreffen. Darüber hinaus ist sie in Nasswiesen, in Seggen- und Moorwiesen zu Hause. Obwohl er vor allem den Übergangsbereich zwischen Wasser und Land besiedelt, kann er auch auf recht trockenen Standorten noch wachsen.[13, 17, 48, 57, 66]
Der Gemeine Blutweiderich wächst vor allem an den Ufern von Gewässern, wie beispielsweise Gräben und Bächen. Foto: M. Neitzke
Auch an den Ufern von Seen dominiert der Gemeine Blutweiderich mit seinen hohen, tief roten Blütenständen häufig das Bild der Ufervegetation. Foto: M. Neitzke
Der Gemeine Blutweiderich ist eine ausdauernde krautige Pflanze (Staude), die alljährlich bis zum Grunde abstirbt. Sie ist sehr frosthart und kann Temperaturen bis zu -20 C° überstehen. Die Blütezeit erstreckt sich über einen Zeitraum von fast 4 Monaten. Die ersten Blüten entfalten sich je nach Witterung und geographischer Lage bereits im Juni, die letzten im September.[17, 35] Der Gemeine Blutweiderich stellt also für unsere heimischen Insekten über einen langen Zeitraum eine wichtige Nahrungsquelle dar. Der ährenartige Blütenstand ermöglicht den Besuch zahlreicher verschiedener Insektenarten gleichzeitig. Die Blüten des Gemeinen Blutweiderichs scheinen eine nahezu magische Anziehungskraft auf Insekten auszuüben, die häufig dicht an dicht auf den Blütenständen sitzen. Über 60 verschiedene Insektenarten konnten bei einem Besuch der Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs beobachtet werden.[18, 26, 67]

Der Blütenstand des Gemeinen Blutweiderichs wird häufig von vielen Insekten gleichzeitig besucht (links: Ackerhummel (Bombus pascuorum) (oben), Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) (unten), rechts: Honigbiene (Apis mellifera) (oben), Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) (unten)). Fotos: M. Neitzke
Während die Insekten von dem Pollen- und Nektarangebot der Blüten des Gemeinen Blutweiderichs profitieren, profitiert der Gemeine Blutweiderich von der Bestäubungsleistung der Insekten. Die Blüten des Blutweiderichs sind selbstunfruchtbar bzw. selbststeril, d.h. dass sie für eine erfolgreiche Samenbildung auf die Bestäubung mit Pollen eines anderen Pflanzenindividuum derselben Art angewiesen sind. Es handelt sich also um eine echte „Win-Win-Situation“.

Da der Gemeine Blutweiderich selbstunfruchtbar bzw. selbststeril ist, ist er auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Über 60 verschiedene Insektenarten konnten bei einem Blütenbesuch des Gemeinen Blutweiderichs beobachtet werden. Fotos: M. Neitzke
Aber nicht nur die Insekten profitieren von den Blüten des Gemeinen Blutweiderichs. Auch der Mensch gehört seit Jahrtausenden zu den Nutznießern dieser Pflanze. Die Verwendung des Gemeinen Blutweiderichs als Heilpflanze ist seit der Antike schriftlich dokumentiert.[5, 24] Über Jahrhunderte hinweg wurde er als Mittel gegen Durchfallerkrankungen sowie zur Behandlung von äußerlichen und innerlichen Blutungen verwendet. Diese Heilanwendung und die Blütenfarbe werden sowohl für die wissenschaftliche als auch die volkskundliche Bezeichnung der Gattung verantwortlich gemacht. Der wissenschaftliche Gattungsname „Lythrum“ leitet sich von dem griechischen „lythron“ ab, das wahlweise mit „Blut“ „strömendes Blut“, „Mordsblut“, schmutziges Blut“, „Blut das aus Wunden fließt“ oder auch „Saft der Purpurschnecke“, übersetzt wird.[5, 17, 24] Der Zusatz „salicarius“ in dem Artnamen nimmt dagegen auf die Form der Blätter Bezug, die Ähnlichkeit mit den schmalen, lanzettlichen Blättern mancher Weidenarten aufweisen (lat. salicarius = weidenähnlich).[17] Bis weit in die Neuzeit wurden vielfach einige Heilanwendungen in der Traditionellen Medizin mit der Signaturenlehre erklärt. Vor allem die dunkelrote Blütenfarbe wurde als Hinweis auf seine blutstillende Wirkung gedeutet. Wissenschaftliche Untersuchungen der Inhaltsstoffe und Wirkungen von Extrakten des Gewöhnlichen Blutweiderichs haben aber nicht nur Hinweise für die Plausibilität seiner jahrhundertelangen Anwendung in der Traditionellen Medizin geliefert, sondern auch Anhaltspunkte für zukünftige Nutzungsmöglichkeiten in der Medizin und Tiermedizin erbracht.[12] Aber nicht nur die Heilkunde gehörte zu den Anwendungsgebieten des Gemeinen Blutweiderichs unserer Vorfahren. Wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes wurde die Pflanze schon im 16. Jahrhundert zum Gerben von Leder eingesetzt.[66] Aufgrund der in ihnen enthaltenen Farbstoffe wurden die Blüten zum Färben von Lebensmitteln (Zucker, Spirituosen) verwendet.[66]. Eine sehr viel berühmtere Färberpflanze aus der Familie der Weiderichgewächse ist allerdings der seit dem Altertum verwendete Hennastrauch (Lawsonia inermis).[13] Die jungen Sprosse und Laubblätter wurden als Gemüse gegessen.[66]
Die moderne Forschung versucht den hohen Gehalt an wertvollen bioaktiven Inhaltsstoffen und die daraus resultierenden Eigenschaften des Gemeinen Blutweiderich für Pharmazie, Medizin aber auch für den Bereich Kosmetik und Körperpflege zu erschließen. Die Bemühungen um den Ersatz von synthetischen Lebensmittelkonservierungsstoffen durch Konservierungsstoffe auf natürlicher Basis mit den gleichen oder sogar noch besseren Eigenschaften, haben auch den Gemeinen Blutweiderich ins Visier der Lebensmittelforscher rücken lassen. Seine antioxidativen und antibakteriellen Eigenschaften lassen ihn durchaus als geeigneten Kandidaten für weitere Untersuchung auf diesem Gebiet erscheinen.[43, 53]
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt über die Anwendungsmöglichkeiten des Gemeinen Blutweiderichs ist sein möglicher Einsatz bei der Sanierung von Böden und der Säuberung von Abwässern. Diese Verfahren, bei denen Pflanzen verwendet werden, um Schadstoffe aus verunreinigten Böden, Wasser oder Luft zu entfernen, werden als Phytoremediation bzw. Phytosanierung oder Pflanzenreinigung bezeichnet. Mit Ergebnissen, die aufhorchen lassen, wurde bereits die Entfernung von beim Goldabbau anfallendem Arsen aus verseuchten Böden getestet.[23] Verschiedene Versuchsanordnungen mit Stoffen, die eine Gefahr für unsere Gewässer und das Grundwasser darstellen, zeigten, dass mit Hilfe des Gemeinen Blutweiderichs Pharmazeutika (Antibiotika, Beta-Blocker), Pestizide, Herbizide (Atrazin), Fungizide und Weichmacher (Dibutylphthalat) aus Wässern, die mit diesen Stoffen verseucht sind, entfernt werden können.[10, 19, 65] Weichmacher (Dibutylphthalat), die in Verdacht stehen, Krebs hervorzurufende wurden von dem Gemeinen Blutweiderich aufgenommen und in der Wurzel angereichert.[19] Auch Schwermetalle und ein Übermaß an Nährstoffen, wie Stickstoff und Phosphor lassen sich aus Wässern entfernen.[41, 44, 59,
Die Bedeutung des Gewöhnlichen Blutweiderichs in der Kosmetik und Körperpflege
Aufgrund seines hohen Gehaltes an wertvollen bioaktiven Inhaltsstoffen stellt der Gemeine Blutweiderich eine interessante Quelle für innovative Produkte in der Kosmetik und Körperpflegeindustrie dar. Verwendet werden sowohl der gesamte Spross als auch die Wurzel.[30,32] Seit der Antike hat der Gemeine Blutweiderich einen Bezug zur Haut. Bereits die Ärzte der Antike haben den Gemeinen Blutweiderich zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt. So hat nach Plinius schon der griechische Arzt, Anatom und Naturforscher Erasistrates (um 305 v- Chr.-250 v. Chr.) die Pflanze als Mittel gegen Ekzeme benutzt.[24] Aufgrund seiner Inhaltsstoffe zeigt der Gemeine Blutweiderich eine Vielzahl von Eigenschaften, die ihn sowohl für die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie als auch für die Heilkunde zu einer interessanten Pflanze machen. Infolge der Vielseitigkeit der Extrakte des Blutweiderichs können verschiedene Hauttypen von dieser Pflanze profitieren. So lassen der hohe Gerbstoffgehalt der Blutweiderichextrakte und die daraus resultierende zusammenziehende (adstringierende) Wirkung, ihren Einsatz vor allem in Produkten gegen Akne als sinnvoll erscheinen. Sie bewirken eine Verkleinerung der Poren und eine Entfernung von überschüssigem Fett. Hinzu kommen seine entzündungshemmenden, antibakteriellen und wundheilungsfördernden Eigenschaften. Aber auch für ältere Haut sind Extrakte des Blutweiderichs aufgrund ihrer antioxidativen, feuchtigkeitsspendenden und hautpflegenden Eigenschaften geeignet. Darüber hinaus hemmen sie die Aktivität von Enzymen, wie beispielsweise die der Hyaluronidase die an dem Abbau der extrazellulären Matrix beteiligt sind.[49] Bei den Hyaluronidasen handelt es sich um eine Gruppe von Enzymen die Hyaluronan, einen wichtigen Bestandteil der extrazellulären Matrix. Zudem können Extrakte des Gemeinen Blutweiderichs durch eine Beeinflussung des Kollagenstoffwechsels die Festigkeit der Haut erhöhen.[37] Sein Einfluss auf die Fettzellen kann bei der Behandlung von Cellulite genutzt werden. In Haarspülungen erhöht es den Glanz von Haaren.

Die Bedeutung des Gewöhnlichen Blutweiderichs in der Heilkunde
Im Gegensatz zu einigen Ländern Europas, wie beispielsweise Italien, Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Frankreich aber auch Ländern des Nahen Ostens, wie dem Iran und Jordanien, sowie in Russland wird der Gewöhnliche Blutweiderich in der Pflanzen- und Volksheilkunde in Deutschland heute nicht mehr verwendet.[2, 4, 11, 39, 43, 51, 52] Viele der noch heute in der Volksheilkunde praktizierten Anwendungen haben eine lange Tradition. So reicht die Verwendung dieser Heilpflanze bei Durchfall- und Hauterkrankungen bis weit in die Antike zurück. Die medizinischen Eigenschaften des Blutweiderichs werden bereits von dem berühmten griechischen Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.) in seiner Materia Medica und von Plinius dem Älteren (ca. 23 - 79 n. Chr.) in seiner Naturkunde beschrieben. Selbst bei Ruhr- und Typhusepidemien soll er mit Erfolg eingesetzt worden sein. In Frankreich und im übrigen Westeuropa wird er auch heute noch bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes verwendet. Die Monographie des Gewöhnlichen Blutweiderichs wurde aus dem Französischen Arzneibuch auch in das Europäische Arzneibuch übernommen.[57] Verwendet werden die getrockneten, blühenden Zweigspitzen.[5, 24, 57] Bei den Griechen und Römern wurde der Blutweiderich aber auch zur Stillung von äußerlichen und innerlichen Blutungen, zur Wundheilung, Behandlung von Ekzemen, bei Blutspeien und Störungen des Menstruationszyklus (Wiederholte, azyklisch auftretende Zwischenblutungen außerhalb des Menstruationszyklus (Metrorrhagie) eingesetzt. Noch in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts wird die Verwendung des Blutweiderichs zur Behandlung von Wunden sowie von Blutungen im Verdauungstrakt und in der Nase aber auch bei zu langen und zu starken Monatsblutungen (Menorrhagien) sowie Darmentzündungen (Dysenterien) empfohlen.[39] Im 18. Und 19. Jahrhundert erweiterte sich das Anwendungsspektrum um Entzündungen der Augen und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), Zahnfleischblutungen, der Behandlung von Krampfadern, Hämorrhoiden, Geschwüren und der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).[5, 39, 57]

Während die Wirkung des Gewöhnlichen Blutweiderichs vielfach bis weit in die Neuzeit mit der Signaturenlehre erklärt wurde, haben wissenschaftliche Untersuchungen der Inhaltsstoffe und Wirkungen von Extrakten des Gewöhnlichen Blutweiderichs nicht nur die Plausibilität für seine jahrhundertelange Anwendung in der Traditionellen Medizin, sondern auch Hinweise für zukünftige Nutzungsmöglichkeiten in der Medizin erbracht. Die Signaturenlehre, als dessen berühmtester Vertreter in Mitteleuropa Paracelsus (1493/1494 – 1541 n. Chr.) gilt, war vor allem im späten Mittelalter weit verbreitet. Ihre Wurzeln reichen aber bis weit in die Antike und ins Alte China zurück. Kern der Signaturenlehre ist die Annahme, dass die äußere Form, die Farbe, der Geruch aber auch der Wuchsort einer Pflanze Hinweise auf die Heilwirkung einer Pflanze liefern. Die tiefreligiösen Menschen der damaligen Zeit sahen in den Merkmalen einer Pflanze göttliche Zeichen für ihre Anwendung in der Heilkunde. Bei dem Gewöhnlichen Blutweiderich war es vor allem die rote Farbe der Blüten, die ihn als Wundkraut empfahl und auch zu seinem wissenschaftlichen Gattungsnamen („Lythron“ = Blut) führte.[17, 24]
Extrakte des Blutweiderichs sind reich an Polyphenolen. Neben zahlreichen Phenolcarbonsäuren (u.a. Chlorogen-, p-Cumarsäure, Gallussäure, Ferulasäure) wurden Flavonoide, v.a. Anthocyane und Glykosylflavone (z.B. Vitexin und Orientin) und Gerbstoffe nachgewiesen. Aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes (ca. 12 %), vorwiegend Gallotannine (Ellagitannine= Lythrartannin) und auch kondensierten Gerbstoffe, besitzen Extrakte des Gewöhnlichen Blutweiderichs eine starke zusammenziehende (adstringierende Wirkung), die für die durchfallwidrige (antidiarrhoisch) und wundheilungsfördernde Wirkung mit verantwortlich gemacht werden.[5, 39, 57] Allerdings bewirken die zahlreichen unterschiedlichen Inhaltsstoffe eine Vielzahl an Eigenschaften, die in ihrem Zusammenspielt für das Zustandekommen der therapeutischen Wirkung des Gewöhnlichen Blutweiderichs bei vielen Krankheitsbildern verantwortlich sind. Nachgewiesen werden konnten neben antioxidativen [2, 3, 5, 36, 39, 43,45, 46, 55, 61, 62] auch entzündungshemmende [49, 50, 55, 61, 62] sowie schmerzlindernde[61] und antimikrobielle[2, 3, 5, 6,21, 22, 39, 45, 46, 53, 54, 55, 63] Wirkungen, die sowohl bei der Wundheilung als auch bei der Behandlung von, Geschwüren, Ekzemen sowie Erkrankungen des Magen-Darmtraktes und der Atemwege eine wichtige Rolle spielen. In Studien konnte vor allem eine verbesserte Wundheilung bei Brandwunden durch Extrakte des Gemeinen Blutweiderichs nachgewiesen werden.[1, 55, 63] Die antibakterielle Wirkung erstreckte sich auch auf multiresistente Keime.[22] Zusätzlich zu den Polyphenolen soll das Glykosid Salicarin ebenfalls antimikrobielle Effekte auf verschiedene Keime des Darmtraktes haben.[5] Auch gegen den Parasiten Schistosomiasis, den Erreger der Bilharziose, sollen Extrakte des Gemeinen Blutweiderichs wirken. [5] In Experimenten konnte eine Senkung des Blutzuckers und des Triglyceridspiegels festgestellt werden.[5, 45, 62] Ein hochmolekularer Polysaccharid-Polyphenol Massenkomplex (bestehend aus 74 % Kohlenhydraten und 17 % Polyphenolen) aus dem Gemeinen Blutweiderich zeigte starken hustenreizlindernde bzw. hustenreizstillende Wirkung und einen bronchienerweiternden Effekt. Die gemessenen Effekte waren allerdings schwächer war als das im Versuch zum Vergleich eingesetzte Codein, dem stärksten hustenreizstillenden Medikament.[60] Vor dem Hintergrund der überlieferten Anwendung als blutstillendes Mittel sind auch die Untersuchungsergebnisse über die gerinnungsfördernden Eigenschaften des Gewöhnlichen Blutweiderichs von Interesse.[5]

Neben Verbindungen aus der Klasse der Polyphenole und Glykoside wurden noch Steroide, u. das ß-Sitosterol, verschiedene Phthalide, Pektine, Cumarine, Alkaloide, Harze, organische Säuren, Zucker, Vitamine, Cholin und geringe Mengen an ätherischem Öl gefunden.[3, 5, 39]

Botanischer Exkurs - dreimal genäht hält besser
Der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) gehört zu der Familie der Blutweiderichgewächse (Lythraceae). Es handelt sich um eine bis zu 1,5 m hohe, buschige Staude mit einem dicken, holzigen Wurzelstock. Die rot-violetten bis hellpurpurnen Blüten, denen die Pflanze ihren Namen verdankt, stehen zu mehreren (Zyme), scheinbar einen Quirl bildend, in den Achseln von Hochblättern. Zahlreiche dieser Teilblütenstände sind übereinander in einem dichten, endständigen, ährenartigen Gesamtblütenstand (Thyrsus) vereinigt. Die über 10 cm langen, rot leuchtenden Blütenstände sind von Juni bis September weit hin sichtbar und locken zahlreiche Insekten an.[17, 35, 48, 56, 57] Die Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs weisen einige ganz erstaunliche Besonderheiten auf. Während die meisten zweikeimblättrigen Pflanzen (Dikotyledonae), zu denen die Familie der Blutweiderichgewächse gehört, einen fünf- oder, seltener, einen 4-zähligen Blütenaufbau zeigen, weisen die Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs jeweils 6 purpurrote 8-12 mm lange Kronblätter auf. Die Kronblätter sind nicht miteinander verwachsen. Sie stehen am Rand eines langen, zylindrischen Blütenbechers (Achsenbechers) zwischen den 6 kurzen, dreieckigen Kelchzähnen eingefügt. Der Achsenbecher ist mit 12 starken, lang behaarten Rippen versehenen.[38] Sechs etwa doppelt so lange, deutlich schmalere, zipfelförmige Zwischenzähne bilden einen Nebenkelch. [20, 35, 57, 66] Diese spielen u.a. bei der Ausstreuung der reifen Samen durch Tiere eine Rolle. Diese können sich bei dem Vorbeistreifen mit ihrem Fell in den langen starren Zipfeln des trockenen Nebenkelchs verhaken und so die Samen aus der aufgesprungenen Kapsel herausschütteln. Jedes Blütenblatt weist in der Mitte einen langen, nach unten hin kräftiger werdenden sattpurpurnen Strich, ein sog. Saftmal auf, das den Insekten den Weg zu der 2,0-2,5 mm weiten Öffnung des Blütenbechers weist, an dessen Grund sich der Nektar befindet.[38] Während die Blütenblätter eine starke UV-Reflexion zeigen, sind die Saftstiche UV-frei.[38] Der Nektar wird von Honigdrüsen (Nektarien), die am unteren Teil des Achsenbechers sitzen, abgeschieden.[38, 58] Da der Blütenbecher eine Läge von etwa 5 – 7 mm aufweist, müssen die Insekten also tief mit ihrem Kopf in den röhrenförmigen Achsenbecher eindringen, um an den Nektar zu gelangen oder über einen entsprechend langen und dünnen Rüssel verfügen, wie etwa die Schmetterlinge. Es erstaunt daher nicht, dass über die Hälfte der beobachteten Blütenbesucher des Gewöhnlichen Blutweiderichs Schmetterlinge sind. Der Fruchtknoten sitzt frei am Boden des Blütenbechers (mittelständig).[20]

Die Blütenkrone des Blutweiderich besteht im Gegensatz zu den meisten zweikeimblättrigen Pflanzen Mitteleuropas aus 6 und nicht aus 5 Blütenblättern. Diese sitzen auf dem Rand eines 5-6,5 mm langen Blütenbechers. Die 12 Staubblätter stehen in jeweils 2 Kreisen um den mittelständigen Fruchtknoten. Die Staubblätter der beiden Kreise und der Griffel unterscheiden sich jeweils in ihrer Länge und sind in 3 Etagen übereinander angeordnet. Foto: M. Neitzke

Der lange, dünne Rüssel der Schmetterlinge, wie beispielsweise der eines Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni) ist hervorragend geeignet, um an den Nektar am Grund des Achsenbechers der Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs zu gelangen. Fotos: M. Neitzke

Zielsicher führen der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) und das Pfauenauge (Inachis io) ihre Rüssel zwischen den 12 Staubblättern, dem Fruchtknoten und dem Rand des Achsenbechers bis hinunter zu dem Nektar. Fotos: M. Neitzke

Auch der Rüssel der Honigbiene und vieler Wildbienen ist lang und schmal genug um an Nektar am Grund des Blütenbechers zu gelangen. Fotos: M. Neitzke
Das Erstaunlichste und Faszinierendste an den Blüten des Blutweiderichs ist aber die Ausbildung und Anordnung der Fortpflanzungsorgane, die bereits Darwin auffiel und zur Durchführung interessanter Versuche animierte. [14, 15, 16] Bei den Blüten des Gemeinen Blutweiderichs treten nämlich drei verschiedene Blütentypen auf jeweils verschiedenen Pflanzen auf. Die drei Blütentypen unterscheiden sich sowohl durch die Länge des Griffels, als auch durch die Länge der 12 Staubblätter voneinander. Dabei treten nicht nur der Griffel mit der kopfigen Narbe, sondern auch die Staubblätter in 3 unterschiedlichen Längen auf. Jeder der drei Griffeltypen wird von jeweils 2 unterschiedlich hohen Staubblattkreisen aus je 6 Staubblättern umgeben. Infolgedessen sind in jedem Blütentyp der Griffel und die beiden Staubblattkreise so angeordnet, dass sie in drei Etagen übereinanderstehen. [38]
Bei den drei Blütentypen handelt es sich um kurzgriffelige Blüten mit mittellangen und langen Staubblättern, mittelgriffelige Blüten mit kurzen und langen Staubblättern und langgriffelige Blüten mit kurzen und mittellangen Staubblättern.[13, 17, 20, 25, 38, 40, 67] Die drei Staubblatttypen unterscheiden sich aber nicht nur durch die Länge ihrer Staubfäden, sondern auch durch die Farbe und Größe ihrer Pollenkörner. Der Pollen der längsten Staubblätter ist am größten und von blaugrüner Farbe, der Pollen der mittellangen Staubblätter ist mittelgroß und gelb gefärbt, der der kürzesten Staubblätter ist sehr klein und ebenfalls gelb gefärbt. Die Narbenpapillen der Narben der unterschiedlich langen Griffel unterscheiden sind ebenfalls. Die Narben der langen Griffel sind am längsten, während die Narben der kurzen Griffel die kürzesten Narbenpapillen aufweisen.[17, 67]

Die Abbildung des schwedischen Botanikers C. A. M. Lindman[42] (links) zeigt die drei Blütentypen des Blutweiderichs. 3) langgriffelige Form mit je einem Staubblattkreis mit kurzen und mittellangen Staubfäden, 4) mittelgriffelige Form mit 6 kurzen und 6 langen Staubblättern, 5) kurzgriffelige Form mit 6 mittellangen und 6 langen Staubblättern, 6) Fruchtkapsel, 1) Stängel mit quirlig angeordneten Laubblättern und Blütenquirl in den Blattachseln, 2) Blütenstand. Die Abbildung des deutschen Naturforschers und Kupferstechers J. Sturm[58] zeigt 2 Pflanzen, den Gewöhnlichen Blutweiderich (Lythrum salicaria) und den Gewöhnlichen Sumpfquendel (Peplis portula): 1 Blutweiderich: a) Blütenstand, b) Blüte, c) durchschnittene Blüte, d) Staubgefäß, e) Fruchtknoten, f) Narbe, g) Frucht, h) Frucht im Kelch durchschnitten, i) Samen; 2 Gewöhnlicher Sumpfquendel: (Peplis portula): a) Zweig, b) Blüte, c) Narbe, d) Fruchtknoten, e) Frucht, f) durchschnittene Frucht, g) Samen.
Das Auftreten unterschiedlich langer Griffel in den Blüten einer Art wird als „Heterostylie“ bezeichnet, was so viel wie „Verschiedengriffeligkeit“ („stylos“ (lat.) = „Griffel; „heteros“ (griech.) „verschieden, ungleich“) bedeutet. Darwin (1809 -1882) hatte bereits das Auftreten zweier verschiedener Blütenformen bei den Primeln und bei dem Echten Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) untersucht und vor ihm bereits der deutsche Botaniker und Theologe Christian Konrad Sprengel (1750-1816) bei der Wasserfeder (Hottonia palustris).[25, 29] Sehr viel seltener als das Auftreten dieser sog. „dimorphen Heterostylie“ (zweigestaltige Verschiedengriffeligkeit), ist das Auftreten von Blüten mit drei unterschiedlich langen Griffeln, der sog. „trimorphen Heterostylie“ (dreigestaltige Verschiedengriffeligkeit).[25, 38] Sie hat sich während der Evolution weltweit nur in 155 Gattungen aus 25 Familien (Zahl der Pflanzenfamilie weltweit > 400) entwickelt.

Bei den kurzgriffeligen Blüten ist der Griffel mit der kopfigen Narbe, so kurz, dass er in der Blütenröhre verborgen bleibt. Ihre Narbenpapillen sind nur kurz. Über ihm stehen 6 mittellange Staubblätter mit mittelgroßen, gelben Pollenkörnern und darüber 6 lange Staubblätter mit großen blaugrünen Pollen. Foto: M. Neitzke, Zeichnung: C.A. M. Lindman

Bei den mittelgriffeligen Blüten ist der Griffel mittellang, die Narbe ragt einige mm aus dem Achsenbecher heraus. Während die kurzen Staubbeutel mit dem kleinen, gelben Pollen nur den Rand des Achsenbechers erreichen, ragen die langen Staubblätter mit den großen, blauvioletten Pollenkörnern, wie bei den kurzgriffeligen Blüten, dagegen weit aus dem Blütenbecher hervor und übergipfeln die Narbe deutlich. Foto: M. Neitzke, Zeichnung: C.A. M. Lindman

Bei den langgriffeligen Blüten ist der Griffel deutlich länger als die Staubblätter der beiden Staubblattkreise. Während die Staubfäden des am tiefsten stehenden Staubblattkreises so kurz sind, dass sie gerade den Rand des Achsenbechers erreichen, sind die Staubfäden des 2. Staubblattkreises mittellang und schauen einige mm aus dem Blütenbecher heraus. Beide Staubblatttypen besitzen gelben Pollen, wobei der der längeren etwas größer ist als der der kürzeren. Foto: M. Neitzke, Zeichnung: C.A. M. Lindman
Schon Darwin vermutete, dass diese besondere Ausprägung der Verschiedengriffeligkeit im Zusammenhang mit der Förderung der Fremdbestäubung bzw. Verhinderung einer Selbstbestäubung der Blüten des Blutweiderichs steht.[14, 15, 16, 17, 25, 67] Darwin wies nach, daß nur bestimmte, nämlich nur 6 von 18 möglichen Kombinationen bei der Pollenübertragung eine volle Samenproduktion herbeiführen. Diese Kombinationen bezeichnete er als „legitime Bestäubung“. Er konnte belegen, dass eine volle Fruchtbarkeit nur dann gegeben ist, wenn der Blütenstaub, der auf eine Narbe gelangt, aus Staubbeuteln von Staubblättern stammt, die dieselbe Höhe wie der Griffel aufweisen.[20] Darwin bezeichnete diese Fälle der Pollenübertragung als „legitime Bestäubung“. Er zeigte, daß eine „legitime Bestäubung“ 7-mal erfolgreicher ist, als eine „illegitime Bestäubung“, bei der der Pollen aus Staubbeuteln stammt, deren Staubblätter sich in ihrer Länge von der Länge der Griffel unterscheiden.
Eine vollkommene Samenbildung erfolgt also nur wenn
a) langgriffelige Blüten durch Blütenstaub aus langen Staubgefäßen

b) mittelgriffelige Blüten durch solchen aus mittellangen Staubgefäßen,

und c) kurzgriffelige Blüten durch solchen aus kurzen Staubgefäßen befruchtet werden.

Hauptbestäuber der Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs sind neben der Honigbiene verschiedene Wildbienenarten. Wie die Farbe der Pollenladungen zeigt, unterscheiden die Insekten oft nicht zwischen den verschiedenen Pollenfarben und damit auch den unterschiedlichen Pollengrößen. Die Pollenladungen können sowohl einfarbig (blaugrün oder gelb) als auch zweifarbig oder mischfarbig (grünlich) sein.[67]

Eine Honigbiene sammelt den Pollen von langen Staubblättern mit blauen Pollen, ihre Höschen sind daher von dunkelblauer bis graublauer Farbe (links). Bei einem Besuch von langgriffeligen Blüten, deren mittellange und kurze Staubblätter nur gelben Pollen enthalten, sind ihre Höschen, aufgrund des gesammelten gelben Pollens ebenfalls gelb. Fotos: M. Neitzke

Aber nicht immer sammeln die Wildbienen den Pollen von nur einem Staubblatttyp, wie die gemischte Farbe der Pollenpakete der Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) (oben links im Bild) zeigt. Die Honigbiene hat, wie die Farbe ihrer Höschen zeigt, nur den Pollen von langen Staubblättern mit blauem Pollen gesammelt und kann nun eine „legitime Bestäubung“ durchführen, in dem sie bei ihrem Besuch den Pollen auf die weit aus der Blüte herausragenden Narbe überträgt (links). Aber auch bei dem Besuch der Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) wäre eine „legitime Bestäubung“ möglich, da auch sie blauen Pollen im Gepäck hat. Die Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) auf der rechten Abbildung hat zuerst blauen und anschießend gelben Pollen gesammelt. Letzteren kann sie jetzt auf der Narbe eines kurzen oder mittellangen Griffels abladen, um eine legitime Bestäubung zu vollziehen. Fotos: M. Neitzke

Eine Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) ist auf dem Weg zu einer „legitimen Befruchtung“ (links). Die dunkle Farbe der Pollenpakete an den Bürsten der Hinterbeine verrät, dass die Blutweiderich-Sägehornbiene vor ihrem Anflug der langgriffeligen Blüten, Blüten mit langen Staubblättern, die dunklen Pollen in ihren Staubbeuteln bergen, besucht hat. Fotos: M. Neitzke

Auch die Ackerhummel (Bombus pascuorum) ist auf dem Weg eine „legitime Bestäubung“ durchzuführen. Wie ihre dunklen Pollenhöschen verraten, hat sie zuvor den blauen Pollen aus langen Staubblättern gesammelt. Bei dieser Sammeltätigkeit wird auch immer Pollen in ihrem dichten Pelz abgestreift, den sie nun auf die Narbe einer langgriffeligen Blüten übertragen kann. Bevor sie ihren langen Rüssel bei dem Besuch einer langgriffeligen Blüte, in dem Blütenbecher versenkt, berührt sie zuerst mit ihrem dichten Haarkleid die Narbe und kann so eine „legitime Bestäubung durchführen. Fotos: M. Neitzke
Da aber die Insekten bei ihrem Blütenbesuch nicht zwischen den drei Blütentypen unterscheiden, werden auch nicht bei jedem Blütenbesuch die „richtigen“ Pollen auf die „richtigen“ Narben übertragen. Hier kommen jetzt die Unterschiede hinsichtlich der Pollengröße und der Gestaltung der Narbenoberfläche ins Spiel. Die großen, blaugrünen Pollen aus den Staubbeuteln der langen Staubblätter passen nämlich am besten zu den langen Papillen auf den Narben der langen Griffel, die kleinen, gelben Pollen der kurz gestielten Staubbeutel dagegen am besten zu den kurzen Papillen der kurzen Griffel. Die Bedingungen für eine Keimung der Pollen sind daher bei einer „legitimen“ Pollenübertragung deutlich besser als bei einer „illegitimen“ Pollenübertragung.[25] Keimen nun neben den „richtigen“ auch noch „falsche“ Pollen auf der Narbenoberfläche, „zündet“ die dritte und letzte Stufe zur Verhinderung eine Selbstbefruchtung. Das Wachstum der aus den „falschen“ Pollen hervorgehenden Pollenschläuche wird blockiert oder zumindest verzögert, so dass sie sich nicht gegen die Konkurrenz durch die „richtigen“ Pollen durchsetzen können. Nur diese führen zu einer Befruchtung.[25]
Nach einer erfolgreichen Bestäubung reifen die Samen in der zweifächerigen Kapsel heran. Die mit 2 Klappen aufspringende Kapsel bleibt in dem Blütenbecher mit den starren Kelchzipfeln eingeschlossen.[20] Die Samen werden durch Wind und vorbeistreifende Tiere ausgestreut. Die kleinen, nur etwa 1 mm großen Samen werden sowohl durch den Wind als auch Wasser verbreitet. Da die Samen mit Schleimhaaren besetzt sind, die aufquellen, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen, können sie an dem Gefieder, dem Schnabel und den Füßen von Wasservögeln festkleben. Diese können die Samen dann auch über weite Strecken verbreiten. Diese Art der Verbreitung wird als Kleb- oder Wasserhaftverbreitung bezeichnet.[17, 35, 48, 66]
Bei den Früchten des Gewöhnliche Blutweiderichs handelt es sich um Kapseln, die im Blütenbecher eingeschlossen bleiben. Wind und Tiere, die sich mit ihrem Fell in den langen starren Zipfeln des Nebenkelchs verhaken, sorgen für ein Ausstreuen der Samen. Foto: M. Neitzke
Die Blätter zeigen keine einheitliche Stellung an den bis zu 1,50 m langen Stängeln. Die eilanzettlichen, Blätter können sowohl in dreizähligen Quirlen oder aber gegenständig sitzend angeordnet sein. Die oberen Blätter stehen auch wechselständig.[56, 57]

Die Stellung der Blätter ist sehr variabel. Sie kann sowohl gegenständig, als auch quirlständig und im oberen Bereich wechselständig sein. Die Ähnlichkeit der länglich-lanzettlichen bis eilanzettlichen Form mit der der Blätter mancher Weidenarten hat zu dem zweiten Teil ihres wissenschaftlichen Artnamens “salicaria“ (weidenartig) geführt. Fotos: M: Neitzke
Als Anpassung an die sauerstoffarmen Bedingungen bildet der Gemeine Blutweiderich in den untergetauchten Stängelabschnitten ein Durchlüftungsgewebe (Aerenchym) aus, das die Wurzel und das Rhizom mit Sauerstoff versorgt.[64]
Gewöhnlicher Blutweiderich - Eldorado für Insekten
Der Gewöhnliche Blutweiderich ist eine hervorragende Insektenweide. Er bietet den Insekten sowohl Pollen als auch Nektar. Auf einer 4-stufigen Skala wird er mit einem Pollen- und Nektarwert von 3 eingestuft. Die Zuckerkonzentration des Nektars ist mit 52 % relativ hoch.[38] Die Blühzeitraum und die lange Blühdauer von Juli bis September sorgen für ein willkommenes Nahrungsangebot, wenn die Wiesen und Säume bereits gemäht sind. Über 60 verschiedene Insektenarten konnte bei einem Besuch der Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs beobachtet werden.[18, 26, 67] Vor allem auf Schmetterlinge scheinen die Blüten des Blutweiderichs eine magische Anziehungskraft auszuüben. Mit etwa 36 Arten stellen die Schmetterlinge über die Hälfte der Blütenbesucher.[18] Sie nutzen den reichlich angebotenen Nektar der Blüten. Den Pollen sammeln außer der Honigbiene etwa 20 verschiedene Wildbienenarten. Zwei Wildbienenarten in Mitteleuropa sind auf den Blutweiderich spezialisiert. Die Sägehornbiene (Melitta nigricans) und die Langhornbienenart (Eucera salicariae) sammeln nur den Pollen dieser einen Pflanzenart. Fehlt dieser können sie ihren Nachwuchs nicht versorgen.[47, 67] Die Honigbiene und die Wildbienenarten, deren Rüssel lang genug ist, um den Grund des Blütenbechers zu erreichen, nutzen auch den Nektar. Die Gruppe der Schwebfliegen ist mit 5 beobachteten Arten nur schwach vertreten.

Die etagenförmig angeordneten Blüten erlauben vielen Insekten gleichzeitig von dem Nahrungsangebot des Gewöhnlichen Blutweiderichs zu profitieren. Fotos: M. Neitzke

Mit einem gekonnten Schwung versenkt der Zitronenfalter seinen 16-17 mm langen Rüssel in dem Blütenbecher einer Blüte des Blutweiderichs. Zitronenfalter können in den verschiedensten Lebensräumen angetroffen, solange das Angebot an Nektarpflanzen stimmt. Man begegnet ihm daher sowohl auf Wiesen, Ruderalflächen, Mooren, entlang von Waldwegen, Waldrändern und Hecken, in Parklandschaften und in den Staudensäumen von Gewässern. Hier findet er von Juni bis September die Blüten des Blutweiderichs. Fotos: M. Neitzke

Auch das Tagpfauenauge (Inachis io) gehört zu den häufigen Blütengästen des Blutweiderichs. Seinen Namen hat das Tagpfauenauge den auffälligen schwarz, blau und gelb gefärbten Augenflecken auf der Oberseite der rostroten Vorder- und Hinterflügeln zu verdanken. Sie erinnern an die Federzeichnung der Männchen von Pfauen mit der blau irisierenden Augenzeichnung auf den Enden der Federn der beeindruckenden Schleppe dieser Vögel. Diese Augenflecke dienen der Abschreckung von Fressfeinden. Die schwarz-braune Flügelunterseite dient dagegen der Tarnung. Fotos: M. Neitzke

Das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) fliegt in nur einer Generation von Anfang Juni bis Anfang September. Es bevorzugt Pflanzen mit violetten/rötlichen Blüten, wie beispielsweise die des Blutweiderichs. Ein großer, an das Aussehen eines Auges erinnernden Fleck auf dem Vorderflügeln hat dem Großen Ochsenauge seinen deutschen Namen gegeben. Diese auffällige Flügelzeichnung hilft die Fressfeinde zu täuschen und sie abzuschrecken. Fotos: M. Neitzke

Aufgrund der weißen Flügeloberseite mit dem schwarzen Punkt- bzw. Fleckenmuster ähnelt der Grünader-Weißling (Pieris napi), der zu den regelmäßigen Besuchern des Blutweiderichs gehört, einem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Der Grünader-Weißling, früher auch als Raps-Weißling bezeichnet, ist von anderen Weißlingen leicht durch die breiten, graugrünen Schuppenstreifen an den Adern auf der Unterseite der Hinterflügel zu unterscheiden. Die Raupen fressen an vielen verschiedenen wild wachsenden Kreuzblütlern. Fotos: M. Neitzke

Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) ist durch einen breiten, schwarzen Spitzenfleck auf der Oberseite der Vorderflügel gekennzeichnet. Die Flügel der Weibchen weisen zusätzlich 2 große schwarze Punkte auf. Die Unterseite ist gelblich weiß, ohne deutliche Zeichnung. Die erwachsenen Tiere suchen die Blüten, vieler verschiedener Pflanzen auf, um deren Nektar zu trinken, so auch die des Blutweiderichs. Ihre Eier werden bevorzugt auf Vertretern aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) aber auch der Großen Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) abgelegt.[7, 8] Fotos: M. Neitzke

Der Schwarzkolbige Braun-Dickkopffalter (Thymelicus lineola) gehört zu der Familie der Dickkopffalter (Hesperiidae). Ihren Namen verdankt diese Familie dem breiten Kopf der Tiere, der fast immer breiter ist als die Brust. Charakteristisch für diese Familie ist auch die Haltung der Flügel in r Ruhestellung, in der die Vorder- und Hinterflügel in einem spitzen Winkel zueinanderstehen (rechts). Der Schwarzkolbige Braun-Dickkopffalter ist ein kräftiger Falter mit einer Flügelspannweite von 22- 26 mm. Die Oberseite der Flügel weist eine lebhafte orangebraune Färbung auf. Der Rand der Flügel ist ebenso wie die Flügeladern dunkel gefärbt. Ein schmaler heller Saum umgibt den ganzen Flügel. Die Männchen weisen zusätzlich einem schmalen, schwarzen Duftschuppenstreifen in der Mitte des Vorderflügels auf. Charakteristisch für den Schwarzkolbigen Braun-Dickkopffalter sind die gelbbraunen Flügelunterseiten und die schwarzen, langgestreckten Fühlerkeulen. Der Schwarzkolbige Braun-Dickkopffalter ist sowohl in trockenen als auch feuchten Lebensräumen zu Hause. Er ist daher oft nektartrinkend an dem Gemeinen Blutweiderich zu beobachten.[8] Fotos: M. Neitzke

Der Faulbaum-Bläuling (Celestrina argiolus) trägt seinen Namen aufgrund der ehemals sehr ausgeprägten Vorliebe seiner Raupen für die Blätter des Faulbaums. Die Raupen haben in den letzten Jahrzehnten das Spektrum ihrer Nahrungspflanzen jedoch stark erweitert. Mittlerweile legen die Weibchen ihre Eier an anderen Pflanzen, auch von Gartenpflanzen, wie dem Schmetterlingsflieder und dem Blauregen weitaus häufiger ab, als an dem (früher) namengebenden Faulbaum. Die Art hat daher auch den neuen deutschen Namen „Garten-Bläuling“ erhalten. Zu den wichtigen Raupennahrungspflanzen gehört auch der Blutweiderich, der auch gerne von den erwachsenen Tieren für eine Nektarmahlzeit aufgesucht wird. Die himmelblaue Färbung der Oberseite der Flügel sieht man nur selten, weil er meistens mit zusammengefalteten Flügeln auf den Blüten sitzt. Die weiß-blau gefärbte Unterseite der Flügel zeigt ein Muster aus schwarzen Flecken, deren Anordnung typisch für die Art ist. Fotos M. Neitzke

Die Honigbiene zählt zu den häufigsten Besuchern der Blüten des Gemeinen Blutweiderichs. Sie ist eine eifrige Nutzerin des Nektar- und Pollenangebots. Fotos: M. Neitzke

Die Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) weist eine strenge Spezialisierung auf den Pollen der Blüten des Blutweiderichs auf. Die Blutweiderich-Sägehornbiene transportiert den Pollen mit Hilfe von Haarbürsten an Hinterschiene und Hinterferse (links). Für den Heimtransport feuchtet die Blutweiderich-Sägehornbiene den Pollen mit Nektar an. Sie gehört also zu den Feuchtsammlern. Die Farbe des Pollens bestimmt auch die Farbe der Pollenpakete in den Haarbürsten (rechts).Die Biene auf der rechten Abbildung hat überwiegend den gelben Pollen der kurz- und mittelgriffeligen Blüten gesammelt. [34, 47, 67] Fotos: M. Neitzke

Die Blüten des Blutweiderichs bilden auch die Hauptnektarquelle für beide Geschlechter der Blutweiderich-Sägehornbiene. Die nur 10-12 mm große Blutweiderich-Sägehornbiene ist eine überwiegend dunkel gefärbte Biene mit schmalen weißen Hinterleibsbinden.[34, 47, 67] Fotos: M. Neitzke

Die Ackerhummel (Bombus pascuorum) fällt bei ihrem Blütenbesuch durch die zottelige, rötlich-braune Behaarung der Brustoberseite auf. Auch der erste Abschnitt und die beiden letzten Abschnitte des Hinterleibes sind rötlichbraun bis orange gefärbt. Die übrigen Hinterleibsabschnitte sind dunkelgrau mit hellen Haaren an den Rändern der Abschnitte. Mit ihrem langen Rüssel (10-15 mm) kann sie das Nektarangebot des Gewöhnlichen Blutweiderichs nutzen. Für ihre Brut sammelt sie sowohl den dunklen Pollen aus den langen Staubblättern (links) als auch den gelben aus den kurzen und mittellangen Staubblättern. Fotos: M. Neitzke

Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) ist eher den kurzrüsseligen Hummeln zuzurechnen (W: 9-10 mm, A: 8-9 mm, M: ca. 8 mm). Die Rüssellänge reicht aber aus, um an den Nektar am Grund des 5-7 mm langen Blütenbechers der Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs zu gelangen. Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) ist eine der in Europa am häufigsten vorkommenden und mit einer Körperlänge bis zu 20 mm auch eine der größten Hummeln. Die Dunkle Erdhummel fällt zwischen den purpurnen Blüten des Blutweiderichs durch die breiten gelben Binden auf der Brust und dem 2. Hinterleibsabschnitt sowie den weiß behaarten letzten beiden Hinterleibsabschnitten, die in einem auffälligen Kontrast zu der schwarzen Grundfarbe stehen, auf.[9] Fotos: M. Neitzke

Außer der Honigbiene und den großen Hummeln besuchen viele kleine Wildbienen die Blüten des Gewöhnlichen Blutweiderichs. Neben den beiden auf den Pollen des Gemeinen Blutweiderichs spezialisierten Arten, fliegen auch verschiedene Furchenbienen, Pelzbienen, Sägehornbienen, Langhornbienen und Blattschneiderbienen die Blüten des Gemeinen Blutweiderichs an. Je nach Größe und Rüssellänge nutzen sie sowohl das Nektar- und Pollenangebot oder sammeln nur den Pollen. Das Größenspektrum reicht von 4-5 mm der kleinen Furchenbienenarten bis zu den 11-23 mm der Dunklen Erdhummel. Fotos: M. Neitzke

Die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) ist in fast allen Lebensräumen Mitteleuropas anzutreffen, so auch in den Staudenfluren am Rand von Gewässern. Hier bedient sie sich an dem Pollen und Nektar, den die verschiedenen hier wachsenden Pflanzenarten für die Insekten bereithalten. Da der Nektar der Blüten des Blutweiderichs nicht erreichbar ist, hält sie sich an dem reichlich dargebotenen Pollen schadlos, den sie aus den Staubbeuteln schleckt. Während sich die erwachsenen Tiere von Nektar und Pollen ernähren, leben ihre Larven räuberisch und ernähren sich von Blattläusen. Bis zu ihrer Verpuppung kann eine Larve der Hainschwebfliege 160- 200 Blattläuse aussaugen.[27, 28, 31, 33] Fotos: M. Neitzke

Die Gemeine Langbauchschwebfliege (Sphaerophoria scripta) ist eine schlanke Schwebfliege, deren langgestreckter Körper ein auffälliges gelb-schwarzes Streifenmuster aufweist. Die Larven ernähren sich von Blattläusen, die erwachsenen Tiere von Nektar und Pollen. Die Weibchen legen bis zu 1000 Eier in Blattlauskolonien ab. Für ihren kurzen Rüssel ist der Nektar am Grund der Blüten des Blutweiderichs unerreichbar, so dass sie den reichlich dargebotenen Pollen nutzt.[27, 28, 33] Fotos: M. Neitzke

Die Hummel-Keilfleckschwebfliege (Eristalis intricaria) ahmt mit ihrer dichten Behaarung und der Farbgebung eine Hummel nach. Allerdings ist die Ähnlichkeit der Männchen mit ihrem wehrhaften Vorbild nicht ganz so ausgeprägt, wie die der Weibchen. Die erwachsenen Tiere (Imagos) ernähren sich von Pollen und Nektar. Zur Nahrungsaufnahme suchen sie die Arten vieler verschiedener Pflanzenfamilien, so auch die Blüten des Blutweiderichs auf. In ihrer dichten Behaarung können die Pollen der besuchten Blüten hängen bleiben. Sie spielen damit eine wichtige Rolle bei der Bestäubung zahlreicher Pflanzen in unseren heimischen Ökosystemen. Aber nicht nur als Bestäuberin, sondern auch als Zersetzerin von organischem Material spielt die Hummel-Keilfleckschwebfliege in unseren Ökosystemen eine wichtige Rolle. Ihre Larven leben von verrottender Vegetation in Kleingewässern, wie Teichen und Tümpeln.[29] Fotos: M. Neitzke

Die Färbung des überwiegend braunschwarzen, glänzenden Hinterleibes der Mistbiene oder Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax) ist sehr variabel. Bei den Männchen befinden sich auf dem 2. Hinterleibssegment 2 keilförmige gelbe oder rötlich gelbe Flecken, die oft auf den 3. Abschnitt übergreifen. Hierdurch wird das charakteristische Muster aus orangen und schwarzen Streifen auf dem Hinterleib der Honigbienen nachgeahmt. Aufgrund der dadurch entstehenden oberflächlichen Ähnlichkeit mit einer Honigbiene und ihres oft massenhaften Auftretens in der Nähe von Misthaufen wird die Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax) vom Volksmund wenig schmeichelhaft als „Mistbiene“ tituliert. Die 14-18 mm große, bienenähnliche Gemeine Keilfleckschwebfliege beteiligt sich an der Bestäubung, in dem sie eine Vielzahl von Blüten zwecks Nahrungssuche aufsucht, so auch die des Gewöhnlichen Blutweiderichs. Ihre Larven sind in den Nährstoffkreislauf eingebunden. Sie leben in fauligem Wasser, in Jauchegruben, verwesendem Aas, Kuhfladen und fressen faulende organische Stoffe.[27, 28, 29, 33] Fotos: M. Neitzke

Die kräftige, 8-14 mm lange Gemeine Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus) imitiert mit ihrer schwarz-gelben Streifenzeichnung das Erscheinungsbild einer Wespe, um Fressfeinde zu täuschen. Die erwachsenen Tiere ernähren sich sowohl von Nektar als auch von Pollen. Die Larven entwickeln sich in stehenden, nährstoffreichen Gewässern. Die Ernährung erfolgt durch Filtrieren von faulenden Stoffen. Die Gemeine Sumpfschwebfliege sucht alle Blütentypen des Gemeinen Blutweiderichs für eine Pollenmahlzeit auf und erntet sowohl den Pollen der kurzen und mittellangen (links) als auch der langen Staubblätter (rechts).[27, 28, 29, 33] Fotos: M. Neitzke

Bei ihrem Anflug auf eine langgriffelige Blüte des Blutweiderichs berührt sie mit ihrem Körper zuerst die kopfige Narbe und kann auf ihr den in ihrer Behaarung transportierten Pollen abladen. Fotos: M. Neitzke
Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima) nutzt die Blütenstände des Gemeinen Blutweiderichs zum einen als Aussichtswarte und zum anderen als Fressplatz. Die erwachsenen Tiere ernähren sich vorwiegend von anderen Insekten aber auch kannibalisch von schwachen und verletzten Artgenossen. Daneben nehmen sie aber auch pflanzliche Nahrung zu sich. Foto: M. Neitzke
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