Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) – Insektenmagnet und Orakelblume 

Bedeutung der Wiesen-Margerite für Biodiversität und menschliches Wohlbefinden

Die Bedeutung der Wiesen-Margerite in der Kosmetik und Körperpflege

Die Bedeutung der Wiesen-Margerite in der Heilkunde

Botanischer Exkurs – „Scheinblüten“ - der Trick der Korbblütengewächsen

Insektenvielfalt auf den Blüten der Wiesen-Margerite

Bedeutung der Wiesen-Margerite für Biodiversität und menschliches Wohlbefinden

Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) ist eine charakteristische Pflanze der Wiesen, Weiden, Halbtrockenrasen und Wegränder in Europa und Asien.[5, 18, 31] Ihr auffälliges Erscheinungsbild hat die 20 -100 cm hohe Staude mit den großen gelb-weißen Blütenständen zu einer der bekanntesten und beliebtesten Wiesenblumen in Mitteleuropa werden lassen. So wie die Heckenrose der Inbegriff der blühenden Hecken, die Kornblume und der Klatschmohn für die Begleitflora der Getreideäcker im Sommer ist, ist die Wiesen-Margerite der Innbegriff für blühende Wiesen im Sommer. Der deutsche Trivialname „Margerite“ geht auf das französiche Wort „marguerite“ zurück, welches sich wiederum von dem altgriechischen Wort „margarítēs“ für „Perle“ herleitet. Aber nicht bei allen Betrachtern erweckt der Anblick des Blütenstandes romantische Assoziationen und erinnert sie an den Anblick einer Perle. Im englischen Sprachgebrauch lautet der Trivialname „Oxeye“ daisy“ also „Ochsenauge Gänseblümchen“. Der wissenschaftliche Name der Gattung „Leucanthemum“ bezieht sich auf die großen, weißen, randlichen Strahlenblüten und bedeutet frei übersetzt „die weiße Blüte“. Er leitet sich von den griechischen Begriffen für „weiß“ = „leukos“ und „Blüte“ = „anthemos“ ab. Die Wiesen-Margerite ist sowohl in der Volksheilkunde als auch in den Volksbräuchen Mitteleuropas fest verankert. In der Volkskunde Mitteleuropas wurde die Margerite als sog. „Orakelblume“ besonders geschätzt und hatte deshalb auch den volkstümlichen Namen „Orakelblume“. Mit ihrer Hilfe sollte die Liebe des oder der Angebeteten, der Beruf oder auch die Anzahl der zu erwartenden Kinder vorhergesagt werden können. Ein literarisches Denkmal als Liebesorakel setzte ihr Johann Wolfgang von Goethe in seiner bekannten Tragödie „Faust I“ (Szene „Garten“). So soll es sich bei der Sternblume, die Gretchen als Liebesorakel befragt, in dem sie nacheinander die weißen Zungenblüten aus dem Blütenkopf zupft und dabei abwechselnd die Worte „er liebt mich – er liebt mich nicht“ wiederholt, um die Wiesen-Margeriten handeln. Ein anderer wenig schmeichelhafter, volkstümlicher Name, nämlich „Wucherblume“ zeigt, dass die Wiesen-Margerite nicht bei allen beliebt war. Neben einer Vermehrung durch Samen (generative Vermehrung) ist die Wiesen-Margerite auch in der Lage, sich sehr effektiv durch die Bildung unterirdischer, kriechender Ausläufer (Rhizome) zu vermehren. Sie kann dadurch ausgedehnte Rasenbestände bilden und „überwuchert“ dann Pflanzenarten, die der Landwirt lieber in seiner Wiese oder Weide sehen würde. Während viele Verwendungen der Wiesen-Margerite für uns heute nur noch eine anekdotische Bedeutung haben, erwecken ihr Einsatz in der Heilkunde und Körperpflege vermehrt das Interesse der modernen Forschung. In der Volksheilkunde wurde sie bei Erkrankungen der Atemwege, zur Behandlung nervöser Zustände und von Wunden und Geschwüren eingesetzt.[7, 28, 31] Die Haare wurden mit Auszügen der Wiesen-Margerite gespült. Die Aufklärung der chemischen Zusammensetzung der Wiesen-Margarite lassen einige Anwendungen in der Volksheilkunde als plausibel erscheinen und eröffnen Einsatzmöglichkeiten sowohl in der Medizin als auch in der Kosmetik und Körperpflege. Die Wiesen-Margerite kann aber auch auf anderen Gebieten punkten. So könnte sie eine Rolle bei der Reinigung von verseuchten Böden durch Phytosanierung spielen. In Versuchen mit Böden, die mit Schwermetallen, insbesondere Kupfer und Öl verunreinigten waren, erwies sich die Wiesen-Margerite als sehr viel versprechend.[23, 26, 27]


Die Wiesen-Margerite bietet Nahrung in Form von Pollen und Nektar für eine enorme Fülle von Insekten. 140 verschiedene Insektenarten wurden bei dem Besuch der Blüten der Wiesen-Margarite beobachtet.[6, 25, 33] Hinter dieser nüchternen Zahl verbirgt sich eine faszinierende Vielfalt an Formen, Farben und Lebensweisen sowie Funktionen im Naturhaushalt. Die verschiedenen Insektenarten sind als Bestäuber, Schädlingsbekämpfer, Nährstoffrecycler und Gesundheitspolizei tätig.

Die Wiesen-Margerite wird von Insekten bestäubt. Sie stellt für an die 140 verschiedene Insektenarten eine wichtige Nahrungsquelle dar. Foto: M. Neitzke

Die Bedeutung der Wiesen-Margerite in der Kosmetik und Körperpflege

Extrakte der Wiesen-Margerite werden zurzeit in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten noch selten verwendet.[13] Zum Einsatz kommen Extrakte der oberirdischen Pflanzenteile also Blüten, Blätter und Spross aber auch der Samen.[15] Extrakte der Wiesen-Margerite fördern die Feuchtigkeitsspeicherung der Haut und machen diese geschmeidig. Aufgrund ihrer hohen Gehalte an phenolischen Verbindungen, Carotinoiden und ätherischen Ölen besitzen Extrakte der Wiesen-Margerite antioxidative, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften.[4, 19, 22, 28, 29] Darüber hinaus wirkt es wundheilungsfördernd. In der Volksheilkunde wurde die Wiesen-Margarite daher zur Behandlung kleiner Wunden, Hautabschürfungen und Hautreizungen eingesetzt.[7, 31]


Die Wiesen-Margerite zeichnet sich jedoch nicht nur durch hohe Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen aus. Sie ist auch reich an primären Pflanzenstoffen, vor allem Pektinen und Protopektinen.[19] Pektine werden in der Kosmetikindustrie aufgrund ihrer feuchtigkeitsbindenden, beruhigenden und filmbildenden Eigenschaften geschätzt. Sie werden als Bindemittel und Stabilisatoren in kosmetischen Produkten verwendet. Exktrakte der Samen werden in der Haut-, Haar- und Nagelpfleg eingesetzt.

Die Bedeutung der Wiesen-Margerite in der Heilkunde

In der offiziellen Pflanzenheilkunde wird die Wiesen-Margerite heute mehr verwendet. In der Volksheilkunde werden die zur Blütezeit geernteten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile aber noch in einigen Ländern bei Erkrankungen der Atemwege, wie Keuchhusten, Asthma, Bronchitis, Entzündung der Schleimhäute (Katarrhe) und bei Krämpfen (Spasmen) eingesetzt (Droge: Bellidis majoris herba (syn.) Herba bellidis pratensis majoris).[7, 28, 31] Die innerliche Behandlung nervöser Zustände gehört ebenfalls zu den Anwendungsgebieten der Wiesen-Margerite.[31] Darüber hinaus wird die Wiesen-Margerite in der Volksheilkunde aufgrund ihrer harntreibenden (diuretischen) und stärkenden Eigenschaften geschätzt.[28] Die äußerliche Anwendung wird bei Wunden, Geschwüre (Ulcera) und Nasenbluten praktiziert.[7, 31] Bei einer äußerlichen Behandlung sollte aber stets berücksichtigt werden, dass möglicherweise starke allergische Reaktionen, ausgelöst durch die enthaltenen Polyine, auftreten können.[31] Auch die Homöopathie kennt die Wiesen-Margerite und setzt sie bei Nervosität und Schlaflosigkeit ein.[31]

Die Untersuchung der chemischen Zusammensetzung sowie der biologischen Aktivitäten der Wiesen-Margerite und damit auch Überprüfung der Plausibilität der Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde und folglich auch die Ausschöpfung des Potentials dieser Pflanze stehen leider erst am Anfang.



Nachgewiesen wurden bisher antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften.[1, 2, 19, 22, 28]  Diese Aktivitäten werden auf die hohen Gehalte an Polyphenolen, an komplex zusammengesetzten ätherischen Ölen und Alkaloiden zurückgeführt.[4, 19, 22, 28, 29] Für das antioxidativ und das Pilzwachstum hemmende ätherische Öl sind bisher 47 verschiedene Komponenten nachgewiesen.[22] Unter den nachgewiesenen Phenolcarbonsäuren bildeten die für ihre antioxidative Wirkung bekannten Kaffeesäurederivate den Hauptanteil. Bei den Flavonoiden dominierten die antioxidativ und entzündungshemmend wirkenden Flavon-Glykoside Apigenin-7-O-glucosid und Luteolin-7-O-glucosid. Auch die in hohen Mengen nachgewiesenen Carotinoide sind für ihre starke antioxidative Wirkung bekannt.

Botanischer Exkurs – „Scheinblüten“ - der Trick der Korbblütengewächsen

Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae Brecht. et J. Presl. od. Compositae Giseke). Sie ist eine mehrjährige, bis zu 100 cm hoch werdende, ausdauernde, krautige Pflanze (Staude).


Die Wiesen-Margerite ist eine bis zu 1 m hoch werdende Staude. Ihr Blütenstand, der aus bis zu 500 Einzelblüten zusammengesetzt ist, täuscht den Eindruck einer großen Einzelblüten vor. Foto: M. Neitzke

In dem für die Korbblütengewächse charakteristischen Blütenstand, dem Körbchen, sind zahlreiche Blüten so angeordnet, dass auf den ersten Blick der Anschein einer einzigen Blüte erweckt wird. Man spricht daher bei dem Blütenstand der Korbblütengewächse auch von einer „Scheinblüte“. Dieser Eindruck wird bei den Blütenköpfen der Wiesen-Margerite noch dadurch verstärkt, dass zwei verschiedene Blütentypen in dem Blütenstand zusammengefasst sind. Im Zentrum des Blütenstandes befindet sich eine gelbe Scheibe mit einem Durchmesser von 12-15 mm. Etwa 400 bis 500 röhrenförmige, nur etwa 3 mm lange, goldgelbe Blüten stehen dicht gedrängt auf dem flächig verbreiterten, kreisförmigen, nur schwach aufgewölbten Blütenboden.[5, 25] Diese werden auch aufgrund ihrer Stellung in der Mitte des Körbchens als Scheibenblüten bezeichnet. Ihre 5 Blütenblätter sind, wie der Name schon verrät, zu einer nur etwa 3 mm langen Röhre verwachsen, die sich oben in ein etwa 1 mm langes und fast ebenso weites Glöckchen fortsetzt.[25] Aufgrund dieses Baus werden diese Blüten auch als Röhrenblüten bezeichnet. Am Rand des Blütenkörbchens stehen 20-25 weiße, 3-6 mm breite und 14-18 mm lange „Randblüten“. Diese gehören zu dem Blütentyp der „Zungenblüten“. Bei ihnen ist nur der untere Teil der Krone röhrenförmig. Nach oben entrollt sie sich aber zu einem etwa 14-18 mm langen, zungenförmigen Lappen („Zungenblüten“). Während also die zentral stehenden Röhrenblüten radiärsymmetrisch sind, sind die zungenförmigen Randblüten dorsiventral (sie besitzen nur eine Symmetrieeben). Diese Zungenblüten oder auch Randblüten umgeben die Röhren- bzw. Scheibenblüten wie einen Strahlenkranz und erhöhen den Schauwert des Blütenkopfes beträchtlich. Sie werden daher auch als Strahlenblüten bezeichnet. So erweitert sich durch die größeren Zungenblüten bzw. Strahlenblüten der Durchmesser des Blütenstandes von etwa 12-15 mm (Durchmesser der Scheibe) auf 3-6 cm.[25, 21] Die Blütensymmetrie ist aber nicht der einzige Unterschied zwischen den Zungen- und Röhrenblüten. Auch die Ausstattung mit den männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorganen ist unterschiedlich. Während bei den Randblüten die Staubblätter verkümmert sind und diese daher nur weiblich sind, sind die Röhrenblüten zwittrig.[5] Der gesamte Blütenstand wird von lanzettlichen Hüllblättern umgeben, die in mehreren Reihen übereinander angeordnet sind. Sie weisen einen schmalen, hell- bis dunkelbraunen häutigen Rand auf.[18] Diese Hülle übernimmt für das Blütenkörbchen die Schutzfunktion, die sonst der Kelch für eine Einzelblüte besitzt.


Querschnitt durch den Blütenstand einer Wiesen-Margerite: auf dem 12- 15 mm im Durchmesser messenden schwach aufgewölbten Blütenboden stehen 300 – 500 nur 3 mm große Röhrenblüten (Scheibenblüten). Am Rand des Blütenkörbchens befinden sich 20-25 etwa 3-6 mm breite und 14-18 mm lange „Randblüten“ (Zungenblüten). Diese umgeben die gelben Zungenblüten wie einen weißen Strahlenkranz und vergrößern den Durchmesser des Blütenköpfchens und damit auch deren Schauwert beträchtlich. Durch die Kombination der kleinen, mittig angeordneten gelben Röhrenblüten mit dem Kranz der weißen, langen Randblüten wird der Eindruck einer einzelnen großen Blüte (Scheinblüte) vermittelt. Foto: M. Neitzke


Der Blütenstand wird von einem Scheinkelch, der Blütenhülle umgeben. Dieser besteht aus, lanzettlichen grünen Blättchen mit einem schmalen dunkelbraunen Hautrand, die in mehreren Reihen übereinander angeordnet sind. Foto: M. Neiztke

Den blütenbesuchenden Insekten bieten die Blüten der Wiesen-Margerite sowohl Nektar als auch Pollen. Der Pollen- und Nektarwert wird auf einer 4-stufigen Skala mit der Stufe „2“, also als „mäßig“ bewertet. Bei der Bewertung als Pollen- und Nektarquelle für die Insekten muss allerdings auch der lange Zeitraum berücksichtigt werden, über den hinweg der Pollen und Nektar den Insekten zur Verfügung steht. Die Röhrenblüten blühen nämlich nicht alle gleichzeitig auf, sondern nacheinander von außen nach innen auf. Der Nektar wird am Grunde des Fruchtknotens von einem Drüsengewebe abgeschieden und steigt in den dünnen Blütenröhren kapillar bis in die glöckchenförmigen Erweiterungen am Ende empor. Da diese nur eine Tiefe von etwa 1mm aufweisen, ist der Nektar auch für sehr kurzrüsselige Insekten zugänglich.[25] Das Spektrum der Blütenbesucher ist daher breit gefächert. Es umfasst sowohl Insekten mit langen Rüsseln, wie die Schmetterlinge, als auch kleine Fliegen oder Käfer mit extrem kurzen Mundwerkzeugen.


Insekten mit einem langen Rüssel, wie der Grünader-Weißling (Pieris napi) (links) oder die Honigbiene (Apis mellifera) (rechts) haben keine Schwierigkeiten an den Nektar in den Blüten der Wiesen-Margerite zu gelangen. Fotos: M. Neitzke

Die Röhrenblüten der Wiesen-Margerite zeigen eine besondere Art der Pollendarbietung, die für die Familie der Korbblütengewächse charakteristisch ist. So sind die Staubbeutel zu einer geschlossenen Röhre verwachsen und spreizen nicht etwa an langen Staubfäden auseinander, wie beispielsweise bei der Tulpe. Bei der Reife öffnen sich die Staubbeutel an der Innenseite, so dass der Pollen in das Innere dieser Röhre gleitet. Erst jetzt beginnt der Griffel sich zu verlängern und wächst durch die Staubbeutelröhre hindurch. Dabei schiebt der Griffel den in der Röhre befindlichen Pollen vor sich her. Dieser Vorgang wird noch dadurch erleichtert, dass sich auf der Spitze der Griffeläste winzige Haarbüschel, die sog. Fegehaare befinden, die den Pollen während des Längenwachstums des Griffels vor sich herschieben bzw. „fegen“.[25] Sobald der Pollen am oberen Rand der aus den Blüten herausragenden Staubbeutelröhre als kleines Häufchen erscheint, kann er von den Insekten abgeholt werden. Nach anschließender Entfaltung der beiden Narbenäste ist die Blüte empfängnisbereit. Erwachsene Tiere (Imagines) von Insekten, die keine Brutfürsorge betreiben, wie beispielsweise die Schwebfliegen, verspeisen den Pollen an Ort und Stelle. Die Brutpflege betreibenden Wildbienen und die Honigbiene sammeln dagegen den Pollen und tragen ihn in ihre Nester ein. Die dichte Anordnung der zahlreichen kleinen Einzelblüten in Form des Blütenstandes einer „Scheinblüte“ erleichtert nicht nur die Sammeltätigkeit und Nahrungsaufnahme für die Insekten, sondern hat auch für die Pflanze einen Vorteil. Sie führt erwiesenermaßen auch zu einer Verbesserung der Bestäubungsrate der Blüten eines Blütenstandes. Bei der Wiesen-Margerite reifen nämlich die männlichen Fortpflanzungsorgane, also die Staubblätter vor den weiblichen. In der ersten Blühphase, der sog. männlichen Phase, befindet sich der aus den Staubbeutelröhren „herausgefegte“ Pollen bei allen Blüten in einer Ebene. In der darauffolgenden Blühperiode, der sog. weiblichen Phase liegen alle „empfängnisbereiten“ Narben ebenfalls in einer Ebene. Über den Blütenstand hinwegflitzende bzw. schreitende Insekten bestäuben daher zahlreiche Blüten auf einmal mit Fremdpollen.[25]


Die Brutfürsorge betreibenden Wildbienen sammeln den gelben Pollen, der an der Spitze der Staubbeutelröhren durch den sich verlängernden Griffel herausgeschoben wird. Bei den Wildbienen, die die Blüten der Wiesen-Margerite besuchen, sind unterschiedliche Pollentransporteinrichtungen ausgebildet. Die nur 6-7 mm große Gemeine Löcherbiene (Heriades truncorum) gehört zu den Bauchsammelbienen (links). Sie ist auf Arten aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) spezialisiert. Auf der Unterseite des Hinterleibes befindet sich eine rostrote-gelbe Haarbürste, in der der Pollen für den Transport zum Nest gesammelt wird.[24] Deutlich ist die Beladung der Bauchbürste mit dem gelben Pollen der Wiesen-Margerite zu erkennen. Die 9-12 mm große Bärtige Sandbiene (Andrena barbilabris) ist dagegen eine klassische Beinsammlerin. Ihre Pollentransporteinrichtung besteht aus Haarbürsten an der Hinterschiene und Hinterferse (rechts), sowie Körbchen auf der Unterseite des Hinterschenkels und an den Seiten des Mittelabschnittes.[24] Fotos: M. Neitzke


Die Schwebfliegen, die keine Brutfürsorge betreiben, decken bei dem Blütenbesuch nur ihren Eigenbedarf (links: Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus), rechts: Große Schwebfliege (Syrphus ribesii). Fotos: M. Neitzke


Die Röhrenblüten des Blütenstandes der Wiesen-Margerite blühen sukzessive vom Rand der Blütenscheibe her auf. Während die meisten Blüten des Blütenstandes noch geschlossen sind, sind in den Röhrenblüten am Scheibenrand die Griffel schon herausgetreten und die Narben entfaltet (links). Eine Reihe weiter zur Scheibenmitte hin wird der Pollen gerade aus den Staubblattröhren herausgefegt und ist als kleines Häufchen zu erkenne. Einige Zeit später ist fast die Hälfte der Röhrenblüten aufgeblüht. Fotos: M. Neitzke

Nach der Befruchtung entwickeln sich von September bis Oktober ca. 4 mm lange, oben abgerundete, vielrippige Früchte mit einem bleibendem Kronenrest. Sie besitzen kein „Schirmchen“ (Pappus), wie andere Vertreter der Korbblütengewächse. Die Verbreitung erfolgt durch Wind und Tiere.[5, 18]


Die Blüten stehen einzeln am Ende der Stängel. Die Blätter sind alle wechselständig angeordnet. Während die grundständigen Blätter spatel- bis keilförmig sind, sind die Stängelblätter länglich bis länglich-lanzettlich. Alle Blätter sind gesägt, bis eingeschnitten gesägt. Am Grund sind sie oft tiefer geteilt.[18]

Die Zeichnungen des deutschen Naturforschers und Kupferstechers J. Sturm (1771 -1848)[32] (links) und des schwedischen Botanikers C. A. M. Lindman (1901-1905)[21] (rechts) zeigen Details der Blüte und Früchte, sowie die Blätter und den Wurzelstock der Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare). Sturm: a) Pflanze, b) Blume, c) Hülle, d) Randblüte, e) Mittelblüte, f) Fruchtknoten und Staubgefäße, g) Frucht, h) Fruchthülle und Achse; Lindman: 1) Spross mit Blütenstand und Blättern, 2) Spross mit Wurzel und Blättern, 3) Blütenkörbchen, 4) Hülle, 5) Randblüte (Zungenblüte), 6) Scheibenblüte (Röhrenblüte) mit Spreublatt, 7) Frucht.


Eine Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum) rastet auf einem Stängelblatt der Wiesen-Margerite. Deutlich ist die wechselständige Blattstellung und der gesägte Blattrand zu erkennen. Foto: M. Neitzke

Insektenvielfalt auf den Blüten der Wiesen-Margerite

Der Bau der Blüten und des Blütenstandes der Wiesen-Margerite, sowie die lange Blühperiode sorgen für eine hohe Attraktivität der Wiesen-Margerite für Insekten. Sie bietet daher Nahrung für eine faszinierende Vielfalt von Insekten. Die 1 -2 cm2 große, mit gelben Röhrenblüten besetzte Scheibe bietet einen bequemen Landeplatz für große und kleine Insekten. Die Röhrenblüten mit ihren kurzen, engen Kronröhren, in denen der Nektar kapillar aufsteigen kann, ermöglichen selbst Insekten mit sehr kurzen Mundwerkzeugen den Zugang zu der wichtigen, zuckerhaltigen Energiequelle. Der Pollen, der beim Aufblühen der Blüten aus den Staubblattröhren herausgefegt wird und sich in kleinen Häufchen auf diesen ansammelt, kann ebenfalls ohne großen Aufwand schnell abgeerntet werden. Der Pollen bildet die Hauptproteinquelle für Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Er dient nicht nur als Futter für die Larven, sondern wird auch von erwachsenen Tieren gefressen.[9, 33]


Durch den Zusammenschluss von 400 -500 kleinen Einzelblüten zu einem dichten Blütenstand können viele Insekten gleichzeitig der Suche nach Nektar und Pollen nachgehen (links). Der Kranz aus 20-25 weißen 14-18 mm langen Strahlenblüten sorgt dafür, dass die Blütenstände der Wiesen-Margerite weithin sichtbar sind. Aufgrund der hohen Attraktivität der Blütenstände der Wiesen-Margarite herrscht ein ständiges „Kommen und Gehen“ von Insekten aus allem systematischen Ordnungen (rechts). Fotos: M. Neitzke

140 verschiedene Insektenarten wurden bei dem Besuch der Blüten der Wiesen-Margerite beobachtet. Die größte Gruppe bilden mit 36 beobachteten Arten die der Schmetterlinge.[6] Durch geschickte Schwünge mit ihren langen Rüsseln können sie von einem komfortablen Sitzplatz aus gleich den Nektar mehrerer Blüten nacheinander ausbeuten. Zu den regelmäßigen Besuchern gehören auch die Honigbiene, sowie 33 Wildbienenarten.[25, 33] Dabei nutzen die Wildbienen den Nektar nicht nur zur eigenen Energieversorgung, sondern mischen ihn in unterschiedlichen Mengen auch dem als Larvennahrung dienenden Pollen bei oder nutzen ihn als Kitt für ihre Pollenladungen. [9, 33] Unter den Wildbienenarten, die die Blüten der Wiesen-Margerite besuchen, finden sich Arten, die auf die Familie der Korbblütler (Asteraceae) spezialisiert sind, wie die nur 6-7 mm große Gemeine Löcherbiene (Heriades truncorum) und die 8-10 mm große Gemeine Seidenbiene (Colletes daviesanus). Auch die 12-15 mm große Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae) besucht mit Vorliebe Korbblütler.[24, 33] Die kurze Blütenröhre mit der nur etwa 1 mm langen glöckchenförmigen Erweiterung am Ende ermöglicht auch den kurzrüsseligen Wildbienen in den Genuss des Nektars der Wiesen-Margarite zu kommen. Dazu gehören z.B. die nur 4-8 mm großen, durch ihre weißen Gesichtsmasken auffallenden Maskenbienen (Hylaeus spec,) mit durchschnittlich nur 1,1 mm langen Rüsseln sowie die Blutbienen (Sphecodes spec.) mit ihren leuchtend rot gefärbten Hinterteilen und einer Rüssellänge von 1,4 mm. Etwas längere Rüssel haben die Seidenbienen (Colletes spec.), die durch breite helle Haarbinden am hinteren Rand der Hinterleibsabschnitte ins Auge fallen und die Sandbienen (Andrena spec.). Ihre Rüssellängen variieren zwischen 2-3 mm. 


Die leichte Erreichbarkeit der Nahrung lockt auch zahlreiche Fliegenarten an. Neben den Schwebfliegen (Syrphidae), die mit 20 Arten vertreten sind, wurden u.a. auch Arten aus der Familie der Dickkopffliegen (Conopidae), der Echten Fliegen (Muscidae), der Schmeißfliegen (Calliphoridae), der Raupenfliegen (Tachinidae), der Waffenfliegen (Stratiomyidae) und der Blumenfliegen (Anthomyiidae) beobachtet. Auch die skurril anmutenden Hummelschweber (Systoechus) und Tanzfliegen (Empis spec.) sind vertreten.[25]


Bei dem reichen Angebot an kleinen Bienen und Fliegen, finden sich natürlich auch räuberische Insekten ein, für die die kleinen Insekten eine willkommene Beute darstellen. So ernähren sich zwar die erwachsenen Tiere der Grabwespen, von denen die Vertreter einiger Gattungen auf den Blüten der Wiesen-Margerite beobachtet werden können, von Nektar und Pollen, ihre Brut müssen sie jedoch mit tierischem Protein versorgen. Je nach Gattung werden ganz unterschiedliche Insekten gejagt. Spinnen, wie die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia), verzehren ihre Beute selber. Auch über 20 Käferarten aus 10 verschiedenen Familien wissen das leicht auszubeutende Nektar- und Pollenangebot der Blüten der Wiesen-Margarite zu schätzen.


Ein großer, an das Aussehen eines Auges erinnernder Fleck auf den Vorderflügeln hat dem Großen Ochsenauge (Maniola jurtina) seinen deutschen Namen gegeben. Diese auffällige Flügelzeichnung hilft die Fressfeinde zu täuschen und sie abzuschrecken. Das Große Ochsenauge fliegt in nur einer Generation von Anfang Juni bis Anfang September. Auch wenn es Pflanzen mit violetten/rötlichen Blüten bevorzugt, werden die Blüten der Wiesen-Margerite aufgesucht.[3] Fotos: M. Neitzke


Der Baum-Weißling (Aporia crataegi) fällt durch seine einheitlich weißen, leicht transparenten Flügel mit dem deutlich abgesetzten, schwarzen Adernetz auf. Mit einer Flügelspannweite von 60 -80 mm gehört er zu den größten einheimischen Vertretern aus der Familie der Weißlinge (Pieridae). Der Falter fliegt in einer Generation von Ende Mai bis Juli und kann dann auch auf den Blüten der Wiesen-Margerite beobachtet werden.[3] Fotos: M. Neitzke 


Namengebend für das Weißbindige Wiesenvögelchen (Coenonympha arcania) (links) ist die auffällige weiße Querbinde auf der dunkelbraunen Unterseite der Hinterflügel. Nicht minder ins Auge springen die 4-5 weiß gekernten, gelb und schwarz umringten Augenflecke. Vier bis fünf von ihnen liegen an dem Außenrand der Querbinde und einer vor der Binde am Vorderrand der Hinterflügel. Das Kleine oder Gewöhnliche Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) (rechts) trägt dagegen auf den graubraunen Unterseiten der Hinterflügel meist nur eine angedeutete helle Querbinde. Auch fehlen ihm die beeindruckenden Augenflecke auf der Unterseite der Hinterflügel. Ein weiß gekernter Augenfleck mit schwarzem breitem und gelbem Rand befindet sich auf der Unterseite der bräunlich ockerfarbenen Vorderflügel nahe an der Flügelspitze.[3] Während das Weißbindige Wiesenvögelchen in nur einer Generation von Mitte Mai bis August unterwegs ist, fliegt das Kleine Wiesenvögelchen in zwei bis drei Generationen von Februar bis November. Während der Blütezeit der Wiesenmargerite wird diese von beiden Arten häufig für eine Nektarmahlzeit aufgesucht. Fotos: M. Neitzke


Zu den regelmäßigen Besuchern der Blüten der Wiesen-Margerite gehört auch die Honigbiene. Sie nutzt sowohl das Pollen- als auch das Nektarangebot der Blüten. Fotos: M. Neitzke 


Die 9-12 mm große Bärtige Sandbiene (Andrena barbilabris) besucht eine Vielzahl von Pflanzenfamilien, um ihren Bedarf an Nektar und Pollen zu decken. Dabei werden u.a. Arten der Korbblütengewächse (Asteraceae), wie die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) aufgesucht. Wie auf den Abbildungen zu erkennen, bleibt dabei auch Pollen der besuchten Blüten in ihrer Behaarung hängen und kann weitertransportiert werden. Die Weibchen der Bärtigen Sandbiene stechen durch ihre dichte Behaarung und die auffällige rötlich braune Färbung der Brustoberseite und des Gesichts ins Auge. Die Bauchseite ist dagegen deutlich heller. Demgegenüber ist der eiförmige, nach hinten beidseitig abgeflachte Hinterleib fast kahl und schwarz glänzend. Die Rückenplatten 2-4 tragen schmale, dichte, schneeweiße, teilweise unterbrochenen Endbinden.[14] Fotos: M. Neitzke


Die Gewöhnliche Bindensandbiene (Andrena flavipes) fliegt in zwei Generationen und besucht dabei die Arten aus 18 verschiedenen Pflanzenfamilien. Auch die Wiesen-Margerite wird von ihr regelmäßig angesteuert. Die Weibchen fallen durch die goldgelben Schienenbürsten und die breiten, hellanliegenden hellbraunen Haarbinden auf den schwarzen Rückenplatten 2-4, sowie die bräunliche Behaarung von Gesicht und Brustseiten auf.[17, 24, 33] Fotos: M. Neitzke 


Auch bei dieser kleinen Sandbiene bleibt der Pollen der Blüten in der dichten Behaarung hängen und kann nun zum nächsten Blütenstand einer Wiesen-Margerite transportiert werden. Fotos: M. Neitzke


Die nur 6-7 mm große Gemeine Löcherbiene (Heriades truncorum) ist auf Korbblütler (Asteraceae) spezialisiert. Sie ist daher häufig auf den Blütenständen der Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) anzutreffen. In auffälligem Kontrast zu dem schwarzen, nur schwach behaarten Körper stehen die schmalen weißen Haarfransen am Ender der Rückenplatten des Hinterleibes. Am auffälligsten ist jedoch die rostrote- gelbe Bauchbürste auf, besonders wenn die kleine Wildbiene sie bereits üppig mit Pollen beladen hat. Diese Haarbürste auf der Unterseite des Hinterleibes dient als Pollentransporteinrichtung, um den gesammelten Pollen ins Nest zu transportieren. Zwei Pollensammelverhalten sind in der Literatur beschrieben. Müller et al. berichten, dass der Pollen mit rasch auf- und ab wippendem Hinterleib von den pollenbesetzen Blütenteilen direkt in die Bauchbürste aufgenommen wird.[24] Westrich beobachtete aber auch, wie ein Weibchen der Gemeinen Löcherbiene (Heriades truncorum) beim Sammeln von Pollen seine Hinterbeine benutzte, um den Pollen aus der Staubblattröhre herauszudrücken. Während die kleine Wildbiene über den Blütenstand der Wiesen-Margerite mit seinen zahlreichen Blüten flitzt, streift sie den Pollen mit ihrem ganzen Körper ab. Deutlich ist der gelbe Pollen auf dem dunklen Kopf und an den Beinen zu erkennen. Die kleine Biene kann somit einen wertvollen Beitrag zur Bestäubung der von ihr besuchten Blüten leisten.[24, 33] Fotos: M. Neiztke


Die die erwachsenen Tiere der Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) ernähren sich rein vegetarisch von Pollen und Nektar. Für die Ernährung ihrer Brut jagt das Weibchen verschiedene Wildbienenarten, da ihre Larven eine Nahrung aus tierischen Proteinen benötigen. Fotos: M: Neitzke


Die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) ahmt mit ihrer schwarz-gelben Färbung das Erscheinungsbild einer Wepse nach, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Die erwachsenen Tiere verköstigen sich mit Nektar und Pollen, ihre Larven leben dagegen räuberisch und ernähren sich von Blattläusen. Bis zu ihrer Verpuppung kann eine Larve der Hainschwebfliege 160- 200 Blattläuse aussaugen. Während die Hainschwebfliege über den Blütenstand der Wiesen-Margerite streift und mit ihrem Rüssel den am Ende der Staubbeutelröhre herausgepressten Pollen abtupft, bleibt auch genügend Pollen an ihrem Körper kleben, um ihn zum nächsten Blütenstand zu transportieren und dort die Blüten zu bestäuben.[10, 11, 16] Fotos: M. Neitzke


Die Große Schwebfliege (Syrphus ribesii) ist eine der häufigsten Schwebfliegen in Mitteleuropa. Auffällig ist der schwarze Hinterleib mit drei gelben Binden, von denen die 1. unterbrochen und die beiden folgenden hinten ausgerandet sind. Die Larven ernähren sich von Blattläusen, die erwachsenen Tiere nur von Pollen und Nektar.[10, 11, 16] Fotos: M. Neitzke


Die Gemeine Langbauchschwebfliege (Sphaerophoria scripta) ist eine schlanke Schwebfliege, deren langgestreckter Körper ein auffälliges gelb-schwarzes Streifenmuster aufweist. Für die rein vegetarisch lebenden erwachsenen Tiere sind der reichlich dargebotene Pollen und Nektar der Blüten der Wiesen-Margerite eine willkommene Mahlzeit. Die Larven ernähren sich von Blattläusen. Die Weibchen legen bis zu 1000 Eiern in Blattlauskolonien ab.[10, 11, 16] Fotos: M. Neitzke


Die kräftige, 8-14 mm lange Gemeine Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus) imitiert mit ihrer schwarz-gelben Streifenzeichnung das Erscheinungsbild einer Wespe, um Fressfeinde zu täuschen. Die erwachsenen Tiere verzehren sowohl den Nektar als auch den Pollen der Blüten der Wiesen-Margerite. Die Larven entwickeln sich in stehenden, nährstoffreichen Gewässern. Die Ernährung erfolgt durch Filtrieren von faulenden Stoffen.[10, 11, 16] Fotos: M. Neitzke


Die erwachsenen Tiere der Gemeinen Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) fressen Nektar und Pollen. Ihre Larven entwickeln sich in schlammigem Wasser, wo sie sich von faulenden organischen Stoffen ernähren.[10, 11, 12, 16] Fotos: M. Neitzke


Aufgrund ihrer oberflächlichen Ähnlichkeit mit einer Honigbiene und ihres oft massenhaften Auftretens in der Nähe von Misthaufen wird die Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax) vom Volksmund wenig schmeichelhaft als „Mistbiene“ tituliert. Die große bienenähnliche Gemeine Keilfleckschwebfliege beteiligt sich an der Bestäubung, in dem sie eine Vielzahl von Blüten, u.a. die der Wiesen-Margerite für eine Nektar- und Pollenmahlzeit aufsucht. Ihre Larven sind in den Nährstoffkreislauf eingebunden. Sie leben in fauligem Wasser, in Jauchegruben, verwesendem Aas, Kuhfladen und fressen faulende organische Stoffe.[10, 11, 12, 16, 20] Fotos: M. Neitzke


Die Männchen der Gemeinen Keilfleck-Schwebfliege (Eristalis pertinax) besitzen einen langen kegelförmigen Hinterleib (links). Deutlich sind auch die zwei charakteristischen orangegelben Flecken auf dem 2. Hinterleibsabschnitt zu erkennen. Bei den Weibchen sind diese häufig deutlich weniger auffällig ausgeprägt. Da auch diese Schwebfliege eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Biene aufweist und sich gerne in lichten Wäldern aufhälft, wird sie im Volksmund auch als Wald-Mistbiene bezeichnet. Auch ihre Larven leben in fauligem Wasser, in Jauchegruben, verwesendem Aas und ähnlichem. Die erwachsenen Tiere ernähren sich dagegen von Pollen und Nektar.[10, 11, 12, 16, 20] Fotos: M. Neitzke


Die Kleine Keilfleckschwebfliege (Eristalis arbustorum) trägt ihren Namen zurecht, ist sie doch mit einer Körperlänge von nur 8-11 mm eine der kleineren Keilfleckschwebfliegenarten. Männchen und Weibchen dieser Art unterscheiden sich deutlich voneinander, wie an dem Pärchen auf dem Blütenstand der Wiesen-Margarite zu erkennen ist (links). Während bei dem Männchen (unteres Tier) die für die Gattung “Keilfleckschwebfliege“ charakteristischen keilförmigen rotgelben Seitenflecken auf dem 2. Und 3. Hinterleibsabschnitt klar ausgeprägt sind, finden sich die gelben Flecken beim Weibchen nur auf dem 2. Segment. Zudem sind sie häufig nur undeutlich ausgebildet. Der Gesamteindruck des Weibchens wird geprägt durch den schwarzen Hinterleib und den weißen Hinterrändern der Hinterleibsabschnitte (rechts). Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen, die Larven von faulendem organischem Material in stehenden Gewässern, auch in Jauche.[10, 11, 16, 208] Fotos: M. Neitzke


Die Mittlere Keilfleckschwebfliege (Eristalis interrupta, früher Eristalis nemorum) ist mit 9-12 mm etwas größer als die Kleine Keilfleckschwebfliege. Mit dem schwarzen Hinterleib, den weiß abgesetzten Hinterleibsabschnitten und den rotgelben Seitenflecken an dem 2. Hinterleibsabschnitt ähnelt sie stark ihrer kleineren Verwandten. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jedoch einige Unterschiede, wie z.B. die Gesichtsbehaarung, die Form des Flügelrandmals, die Ausdehnung des seitlichen Keilfleckes und die Färbung der Beine. Ihre Larven leben in fauligem Wasser, auch Jauchegruben, wo sie faulende organische Stoffe fressen, die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen.[10, 11, 16, 20] Fotos: M. Neitzke


Die Gemeine Hummel-Schwebfliege (Volucella pellucens) (links) und die Hummel-Waldschwebfliege (Volucella bombylans) (rechts) imitieren mit ihrer Körperfärbung das Aussehen von Hummeln, um ihre Fressfeinde abzuschrecken. Die dichte Behaarung der Hummel-Waldschwebfliege macht die Tarnung fast perfekt. Die erwachsenen Tiere beider Arten ernähren sich von Pollen und Nektar und können einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung der von ihnen aufgesuchten Blüten leisten. [10, 11, 12, 16] Fotos: M. Neitzke


Die nur 6-9 mm große Herbstfliege (Musca autumnalis) gehört zur Familie der Echten Fliegen (Muscidae) (links). Die Männchen unterscheiden sich von den grau gefärbten Weibchen durch die gelb orangenen Flecken an den Seiten des Hinterleibes. Vor allem die Männchen besuchen die Blüten verschiedener Pflanzen, um Nektar und Pollen zu fressen. Die Larven entwickeln sich meist im Dung (Kuhfladen).[10] Die kleine, nur 5 -11 mm große Goldfliege (Lucilia spec.) fällt durch ihren grünmetallisch glänzenden Körper und die großen, silbrig gesäumten, rötlichen Facettenaugen auf (Mitte). Die Goldfliegen gehören zu den Schmeißfliegen (Calliphoridae). Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar, aber auch von Exkrementen. Mit ihrem nur 3 mm langen Rüssel ist sie auf Blüten mit leicht zugänglichem Nektar angewiesen. Ihre Eier legen die Weibchen an Aas oder Fäkalien, manchmal auch in offenen Wunden ab.[16] Raupenfliegen (Tachinidae) aus der Gattung Siphona (rechts) (es gibt keinen deutschen Namen), sind durch einen langen dünnen, abgewinkelten Rüssel gekennzeichnet, mit denen sie Nektar und Pollen aufnehmen können. Ihre Larven entwickeln sich als Parasiten in den Larven von Schnaken.[10] Fotos: M. Neitzke


Der Gefleckte Schmalbock (Rutpela maculata) verdankt seinen Namen der auffälligen gelben Zeichnung der Deckflügel mit dem Muster aus schwarzen Flecken und Querbinden. Entfernt erinnert diese Zeichnung an das Erscheinungsbild von Wespen. Der Gefleckte Schmalbock ist ein Beispiel für „Wespenmimikry“ im Reich der Käfer. Die erwachsenen Tiere (Imagos) ernähren sich von Pollen und Nektar. Ihre Larven entwickeln sich in morschen Waldbäumen und Sträuchern, alten Baumstubben, verrottenden Wurzeln und Brandholz und leisten dabei einen wertvollen Beitrag zur Zersetzung von totem organischem Material und dem Nährstoffkreislauf in Waldökosystemen.[12] Fotos: M. Neitzke


Der ebenfalls zu den Bockkäfern gehörende Gefleckte Blütenbock (Pachytodes cerambyciformis) erinnert mit seinen gelben Flügeldecken mit dem gelb-schwarzen Muster aus Flecken und Querbinden entfernt an den Gefleckten Schmalbock (Rutpela maculata). Er ist mit seiner Körperlänge von 7-13 mm Länge aber nicht nur deutlich kleiner als der 14-20 mm große Gefleckte Schmalbock, sondern weist auch einen sehr viel gedrungeren Körperbau auf als der schlanke Gefleckte Schmalbock. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar und sind daher auch auf den Blüten der Wiesen-Margerite bei ihren Mahlzeiten anzutreffen. Die Larven entwickeln sich in verrottenden Wurzeln von Laub und Nadelbäumen. Fotos: M. Neitzke


Besonders zahlreich vertreten sind auf den Blütenständen der Wiesen-Margarite Arten aus der Familie der Bockkäfer. Neben dem Gefleckte Schmalbock (Rutpela maculata) und dem Gefleckten Blütenbock (Pachytodes cerambyciformis) sind auch der Kleine Halsbock (links) und der Schwarze Schmalbock (Stenurella nigra, Strangalia nigra) (rechts) regelmäßig zu beobachten. Der sehr schlanke, nur 8 mm lange Käfer zeichnet sich durch seine völlig schwarze und glänzende Oberseite aus. Die erwachsenen Tiere fressen Pollen und Nektar, die Larven entwickeln sich im Holz von Laubbäumen z.B. Birke und Haselnuss. Fotos: M. Neitzke


Die Scheinbockkäfer (Oedemeridae) sehen, wie der Name dieser Käferfamilie schon vermuten lässt, den Bockkäfern sehr ähnlich. Die Männchen vieler Arten dieser Familie (Oedemera spec.) (links) zeichnen sich durch die stark verdickten Hinterschenkel aus. Die erwachsenen Tiere fressen vor allem Pollen oder lecken Nektar, die Larven fressen Mark in trockenen Pflanzenstängeln oder auch morsches Holz. Der nur 5-7 mm große Glänzende Blütenprachtkäfer (Anthaxia nitidula) gehört zur Familie der Prachtkäfer (Buprestidae). Während die Männchen einheitlich metallisch goldgrün glänzen (rechts), sind die Weibchen zweifarbig. Fotos: M. Neitzke


Auch so skurril anmutende Insekten wie die Gewürfelte Tanzfliege (Empis tesselata) (links) und die bunte Prachtwanze (Miris striatus) (rechts) gehören zu den Blütenbesuchern der Wiesen-Margerite. Fotos: M. Neitzke


Für die blütenbesuchenden Insekten lauert nicht nur aus der Luft Gefahr, sondern auch von Jägern, auf den Blüten selber, die sich zwischen den Blütenblättern verstecken oder durch geschickte Tarnung versuchen, sich für ihre potentielle Beute unsichtbar zu machen. Eine Meisterin der Tarnung ist die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia). Die bis zu 10 mm großen Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne können ihre Körperfarbe in gewissem Umfang der Farbe der Blüten, auf denen sie auf Beute lauern, anpassen. Hier hat sich eine Veränderliche Krabbenspinne durch die weiße Körperfarbe der Farbe der weißen Strahlenblüten der Wiesen-Margerite angepasst. Für die noch junge Spinne dürfte die Gemeine Löcherbiene (Heriades truncorum) allerdings noch zu groß sein. Trotz ihrer geringen Größe zeigt sie die typische Lauerstellung, bei der beide Vorderbeinpaare seitlich vom Vorderkörper weggestreckt werden.[12] Fotos: M. Neitzke

Dies ist Absatztext. Klicken Sie darauf oder klicken Sie auf die Button Text verwalten, um Schriftart, Farbe, Größe, Format und mehr zu ändern. Um Website-weite Absatz- und Titelstile einzurichten, gehen Sie zu Website-Design.